Proteste wurden ausgebrochen im Folge des Sturz von Ministerpräsident Bodo Ramelow. Laut Berichten die rechtsextremen AfD-Partei habe dabei mitgeholfen hatte und Ramelow mit einem anderen Kandidaten ersetzt.

Die Linke Partei von Ramelow gewann im Oktober die Landtagswahlen in Thüringen. Dabei einigten sich am Dienstag auf einen Koalitionsvertrag. Er verlor aber dann als Ministerpräsident, was in der deutschen Politik als Erdbeben bezeichnet wird.  Die AfD haben unerwartet den Kandidaten einer anderen Partei unterstützt.

Die Zusammenarbeit der Mainstream-Parteien mit der AfD gilt als Tabu, und sowohl die CDU von Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch die liberale FDP seien auf der gleichen Seite und unterstützten den liberalen Kandidaten Thomas Kemmerich.

Laut Reportagen habe kein Ministerpräsident zuvor mit Unterstützung der AfD ein Amt angetreten. Die Anti-Einwanderungspartei ist die größte oppositionelle Kraft im Bundestag.

Thüringen sei eines seiner Hauptgebiete mit viel Unterstützung für die regionale AfD, da sie von Björn Höcke, einer ihrer umstrittensten Persönlichkeiten, geführt wird.

Infolgedessen haben Hunderte von Menschen vor dem Parteizentrum von Herrn Kemmerich in Berlin protestiert. Der Hashtag #Dammbruch hallte dabei laut.

Ramelow selbst gab zu, was passiert sei, sei eine „ekelhafte Scharade“. Er wies darauf hin, dass in Thüringen vor 90 Jahren die erste nationalsozialistische Regierung in Deutschland gewählt worden sei.