Die Bundesregierung verhandelt mit Ankara über Pläne zur Errichtung türkischer Schulen in Berlin, Köln und Frankfurt, berichtete die Süddeutsche Zeitung am Freitag.

Dies sind drei der fünf größten Städte in Deutschland und beherbergen bedeutende türkische und türkischstämmige Deutsche.

Das mögliche Abkommen würde in etwa so funktionieren wie die drei offiziellen deutschen Schulen in Ankara, Istanbul und Izmir, berichtete die Süddeutsche Zeitung.

Im Jahr 2018 schloss die türkische Regierung die Schule in Izmir, weil ihr eine Betriebsgenehmigung fehlte.

Die Verhandlungen, an denen die deutsche Bundesregierung und die für Schulen zuständigen Bundesländer beteiligt waren, laufen seit dem vergangenen Sommer und ein Vertragsentwurf wird derzeit geprüft.

Das geplante Abkommen mit der Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan zielt laut Außenministerium nun darauf ab, “die Rechtsgrundlage für deutsche Auslandsschulen in Ankara, Istanbul und Izmir zu sichern”.

Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung werden die geplanten türkischen Schulen in Deutschland als sogenannte Ersatzschulen betrieben. Obwohl diese Privatschulen Unterrichtsmethoden auswählen und Personal einstellen könnten, würden sie Lerninhalte vermitteln, die denen an öffentlichen Schulen entsprechen. Sie bedürfen der staatlichen Genehmigung und unterliegen den jeweiligen staatlichen Gesetzen.

Wie in anderen Ländern, in denen Schulen in Deutschland eingerichtet wurden, kann die türkische Regierung die Einrichtung nicht selbst betreiben. Es muss vielmehr von einer privaten Organisation betrieben werden.

Fast 3 Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln leben in Deutschland, von denen die Hälfte die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt.