Der Plan Deutschlands, Kohle als Stromerzeugungsbrennstoff zu verschrotten, beginnt ungünstig mit der geplanten Eröffnung einer neuen Anlage, mit der die Treibhausgasbelastung für fast zwei Jahrzehnte gesenkt werden soll.

Die Demonstranten bereiten sich bereits darauf vor, die Eröffnung des Werks Datteln-4 der Uniper SE im Juni zu stören, und könnten das Energieversorgungsunternehmen zum neuesten Brennpunkt in der immer heftiger werdenden Debatte um den fossilen Brennstoff machen, der immer noch rund ein Drittel des Stroms des Landes erzeugt.

Die zunehmende Spannung droht, die Versuche von Bundeskanzlerin Angela Merkel, einen Konsens über ein Ausstiegsdatum für Kohle im Jahr 2038 zu erzielen, zu stören und die Kluft zwischen Industrie und Umweltschützern zu vergrößern.

Regierungsbeamte und Führungskräfte des Unternehmens treffen sich am Mittwoch zu einer weiteren Gesprächsrunde in Berlin, in der die Entschädigung für die Aufgabe der Kohle besprochen wird. Uniper möchte, dass sein Werk eines der letzten Kohlekraftwerke des Landes wird.

„Es wird ein eigenes Ziel für Uniper sein, es zu öffnen“, sagte Dirk Jansen, ein Beamter der Umweltgruppe BUND Freunde der Erde Deutschland.

Das 1,5 Milliarden Euro teure Werk Datteln-4 außerhalb von Dortmund im Herzen der westdeutschen Industrie ist wegen Defekten, die den Netzanschluss verzögerten, bereits neun Jahre zu spät und zu teuer.

Klimaaktivisten kaufen nicht die Argumente des Energieversorgers, wonach die neue Anlage sauberer brennt als ältere Modelle, deren Stilllegung geplant ist, und wollen, dass die Anlage geschlossen wird, bevor sie überhaupt in Betrieb ist.

In dem Jahr, in dem ein deutsches Industrie- und Umweltexpertengremium empfohlen hat, die größte europäische Wirtschaft nicht mehr mit Kohle zu betreiben, konzentrierten sich die Gespräche auf die Entschädigung, die die Versorger im Gegenzug für die Schließung von Anlagen fordern. Dies könnte sich jedoch ändern, da aktivistische Investoren und Fonds Unternehmen unter Druck setzen, ihre Emissionen zu senken.

Die deutschen Grünen sagten auch, sie würden versuchen, den Status der Anlage zu überprüfen, wenn sie in die Regierung kommt, ein Szenario, das von den Meinungsforschern aufgrund der deutschen Koalitionsmathematik als beinahe sicher eingeschätzt wird.

„Es kann nicht sein, dass der deutsche Kohleabgang von der Eröffnung eines der größten Kohlekraftwerke Europas geprägt ist“, sagte der hochrangige Politiker der Grünen, Oliver Krischer.