Das Handelsabkommen zwischen den USA und China werde den Handel von den europäischen Exporteuren ablenken, anhand Berichte von Experten. Laut ihre Kenntnisse wird Deutschland am stärksten betroffen sein.

Washington und Peking haben letzte Woche in ihrem 18-monatigen Handelskrieg einen Waffenstillstand erreicht, der das globale Wirtschaftswachstum verlangsamt und die Unsicherheit der Unternehmen erhöht hat. Das ursprüngliche Abkommen sieht vor, dass China mehr US-amerikanische Waren und Dienstleistungen kauft.

Das Phase-1-Abkommen wird die globalen Handelsströme umlenken und die Nachfrage nach europäischen Gütern im Wert von fast 11 Milliarden US-Dollar senken, sagte Gabriel Felbermayr, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft.

Die Europäische Union prüft nun, ob das Abkommen den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) entspricht.

„Unter den EU-Ländern ist Deutschland besonders betroffen und unter den Sektoren insbesondere der Flugzeug- und Fahrzeugbau“, sagte Felbermayr.

Das Abkommen untergrabe auch das Grundprinzip der WTO des diskriminierungsfreien Handels und stütze sich stattdessen auf bilateral vereinbarte Handelsvolumina.

„China, das wiederholt auf den Werten des multilateralen Systems bestanden hat, macht sich damit zum Komplizen bei der Verletzung der Kernprinzipien der WTO“, sagte Felbermayr.

Nach Berechnungen von Felbermayr und der Handelsexpertin Sonali Chowdhry soll China im Jahr 2021 95 Milliarden US-Dollar mehr bestimmter US-Waren importieren als im Jahr 2017 oder doppelt so viel.

Allein im verarbeitenden Gewerbe dürften die Einfuhren Chinas aus den USA in diesem Jahr um fast 33 Mrd. USD und im nächsten Jahr um fast 45 Mrd. USD gegenüber dem Basisjahr 2017 vor Beginn des Handelskrieges steigen.