Es wird erwartet, dass die weitverbreitete Reiseunterbrechung in Frankreich am Freitag für einen zweiten Tag anhält, da der größte landesweite Streik seit Jahren andauert. Arbeitnehmer aus einer Vielzahl von Branchen protestieren gegen Rentenreformen.

Mehr als 800.000 Menschen gingen am Donnerstag auf die Straße. In einigen Städten wurden gewaltsame Zusammenstöße gemeldet. Am Freitag werden weitverbreitete Bahnausfälle und Flugunterbrechungen erwartet, da nur ein Bruchteil des Verkehrssystems der Hauptstadt funktioniert.

Die Pariser Bus- und U-Bahn-Betreiber haben angekündigt, dass ihr Streik mindestens bis Montag anhalten wird. Andere Gewerkschaften werden voraussichtlich am Freitag über ihre weiteren Streikpläne entscheiden, berichtet Reuters.

Viele französische Arbeitnehmer sind verärgert über den Plan von Präsident Emmanuel Macron, ein universelles, auf Punkten basierendes Rentensystem einzuführen.

Es würde das derzeitige System Frankreichs ersetzen, das im privaten und öffentlichen Sektor 42 verschiedene Rentensysteme mit unterschiedlichen Renteneintrittsaltern und -leistungen hat.

Nach Angaben der französischen Polizei gingen landesweit mehr als 800.000 Menschen auf die Straße, darunter 65.000 in Paris. Gewerkschaftsführer haben die Zahlen erhöht, wobei die CGT-Gewerkschaft behauptet, 1,5 Millionen Menschen seien in ganz Frankreich vertreten.

Die Störung bedeutete, dass beliebte Touristenattraktionen, einschließlich des Eiffelturms, für den Tag geschlossen waren und in der Regel vielbefahrene Verkehrsknotenpunkte wie der Gare du Nord ungewöhnlich leise waren.

In Paris gab es Berichte über Vandalismus an Orten, und die Polizei setzte Tränengas ein, um die Demonstranten zu zerstreuen. Nach Angaben der Polizei wurden in der gesamten Hauptstadt 71 Personen festgenommen. Zusammenstöße wurden auch in einer Reihe anderer Städte gemeldet, darunter in Nantes, Bordeaux und Rennes.