Nur einen Tag nachdem der chilenische Präsident erklärt hatte, sein Land könne die jährliche Klimakonferenz der Welt nicht mehr abhalten, hat Spanien angeboten, sie in Madrid auszurichten.

Das kritische Treffen mit dem Namen COP25 sollte ab dem 3. Dezember für zwei Wochen in Santiago stattfinden.

Der chilenische Präsident Sebastián Piñera sagte, seine Regierung müsse nach ernsthaften Protesten gegen die Regierung „die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung priorisieren“.

Spaniens Angebot wird nächste Woche von der UN-Klimakammer geprüft.

Die spanische Regierung erklärte, sie betrachte multilaterale Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels als vorrangig für die Vereinten Nationen.

Die jährliche Vertragsstaatenkonferenz (COP) ist in der Regel ein wichtiger Moment für eine Bestandsaufnahme der weltweiten Lage zum Klimawandel.

Seit einem Vierteljahrhundert haben sich Unterhändler aus fast 200 Ländern versammelt, um eine globale Strategie zur Bekämpfung der steigenden Temperaturen voranzutreiben.

Die COP25 ist jedoch zu einem Problem für ein Land geworden, das Gründe gefunden hat, nicht zu hosten.

Die COP25 sollte ursprünglich in Brasilien stattfinden. Doch im November letzten Jahres, nur zwei Monate nach der Bekanntgabe als Gastgeber des Gipfels, zog sich der gewählte Präsident Jair Bolsonaro zurück.

Einen Monat später wurde Chile als Gastgeber der Klimakonferenz ausgewählt. Costa Rica, der andere Spitzenreiter, zog sich wegen der mit dem Hosting verbundenen Kosten zurück.

Die plötzliche Absage am Mittwoch durch Präsident Piñera war ein echter Schock, da Zehntausende von Delegierten vorhatten, für das Treffen nach Chile zu reisen.

Unter Berufung auf die Notwendigkeit der öffentlichen Sicherheit zog er das Angebot seines Landes zurück, sowohl die COP als auch das Apec-Treffen auszurichten, bei dem Präsident Trump und Chinas Präsident Xi Jinping zusammentreffen sollten.

Viele an Klimaverhandlungen Beteiligte gingen davon aus, dass das Treffen in naher Zukunft in Bonn, dem Sitz des UNFCCC-Sekretariats, stattfinden würde.

Nach einer Erklärung des amtierenden Premierministers Pedro Sanchez hat sich Spanien nun freiwillig für Madrid als alternativen Standort gemeldet. Die Chilenen haben es akzeptiert und empfehlen es den Vereinten Nationen.

Es scheint, dass Chile weiterhin die Präsidentschaft der COP innehat, diese jedoch nur in Spanien, wenn die UNFCCC zustimmt. Für diesen Ansatz gibt es einen Präzedenzfall: Die COP23 2017 in Bonn wurde von Fidschi geleitet.

Rund 25.000 Menschen werden zum Gipfel erwartet. Eine der berühmtesten ist Greta Thunberg, die den Ozean mit einer Yacht überquert hatte, um auf kohlenstoffärmste Weise nach Chile zu reisen.