Die rechtsextreme Partei Alternative für Deutschland (AfD) wird versuchen, ihre Erfolge bei zwei Regionalwahlen im September auszubauen und die Konservativen von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer weiteren Landtagswahl im Osten am Sonntag zu schlagen.
Unter den nationalistischen Bewegungen, die in ganz Europa Wellen schlagen, ist die AfD die drittgrößte Partei in der deutschen Gesetzgebung hinter den Christdemokraten (CDU) und den Sozialdemokraten (SPD) der linken Mitte.
Nach dem ersten Amtsantritt im Jahr 2017 versucht die AfD in diesem Jahr, im Osten Fahrt aufzunehmen, und rückte bei den Wahlen zum 1. September in den östlichen Bundesländern Sachsen und Brandenburg auf den zweiten Platz vor.
Die AfD könnte die Abstimmung bei den Wahlen am Sonntag in Thüringen zerbrechen, was zu einem politischen Stillstand führen könnte. Ihr nationales Wachstum scheint jedoch ins Stocken geraten zu sein, und die gesamtdeutsche Unterstützung liegt nur knapp über den 12,6%, die sie bei den Bundestagswahlen 2017 gewonnen hat.
Die AfD nutzte die Wut der Wähler über Flüchtlinge und die geplante Schließung von Kohlebergwerken im ärmeren und weniger weltoffenen, ehemals kommunistischen Osten des Landes.
Die 2013 auf einer Anti-Euro-Plattform gegründete AfD entwickelte sich rasch zu einer rechtsextremen Anti-Einwanderungspartei. In Thüringen hat sie in ihrem Wahlkampf versucht, den Geist der Proteste im alten kommunistischen Ostdeutschland, die vor 30 Jahren zum Fall der Berliner Mauer führten, zu vereinnahmen.
Umfragen zeigen, dass die AfD mit Merkels CDU in Thüringen, direkt hinter dem ganz links stehenden Linke, Hand in Hand läuft.
Bodo Ramelow wurde 2014 der erste deutsche Ministerpräsident von Linke, als er sich mit der SPD und den Grünen in Thüringen zu einer „Rot-Rot-Grün“ -Regierung (R2G) zusammenschloss.
Eine am Donnerstag veröffentlichte INSA-Umfrage ergab, dass die AfD und die CDU zu 24%, die Linke zu 28%, die SPD zu 9%, die Grünen zu 8% und die wirtschaftsfreundlichen Freien Demokraten (FDP) zu 5% an der Schwelle stehen muss übertreffen, um in die Regionalversammlung einzutreten.
Koalitionsbildung würde sich als schwierig erweisen, wenn das Wahlergebnis die Wahlzahlen widerspiegelt.
Die AfD wird in Thüringen von Björn Höcke geführt, der militant gegen Einwanderer ist und die deutschen Probleme im Zusammenhang mit dem jüdischen Leid im Zweiten Weltkrieg hervorheben möchte. Aber seine ultrarechte Haltung zerreißt die Einheit der Partei. Sein Drang, die Partei weiter nach rechts zu ziehen, hat gemäßigte Parteimitglieder alarmiert, die sich darüber im Klaren sind, dass seine vehement gegen Einwanderer gerichtete Haltung bei den Wählern in Westdeutschland keinen Anklang finden wird.
Der Kampf um die künftige Ausrichtung der AfD wird sich voraussichtlich im Dezember auf einem Parteitag zuspitzen.