Laut Reuters wird der neue deutsche „Sicherheitskatalog“, der voraussichtlich noch in dieser Woche veröffentlicht wird, Huawei nicht von der Lieferung von Geräten für die 5G-Mobilfunknetze des Landes ausschließen.

Die USA haben Huawei bereits im Mai wegen angeblicher Verbindungen zur chinesischen Regierung auf die schwarze Liste gesetzt und Exportsanktionen für die Produkte des Unternehmens verhängt. Die USA setzten Deutschland unter Druck, dies auch zu tun, indem sie Huawei von einer Auktion ausschlossen, um das Land mit Ausrüstungsgegenständen für seine 5G-Infrastruktur auszustatten. Das neue Sicherheitsregelwerk zeigt jedoch, dass Deutschland nicht die Absicht hat, zu graben.

„Der deutsche Ansatz sah keine Klausel vor, die ein Unternehmen ausschließen würde“, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter anonym gegenüber Reuters.

Dies bestätigt Angela Merkels Haltung von Anfang dieses Jahres, als sie sagte, Deutschland würde einzelne Anbieter nicht herausgreifen und gleichzeitig die Sicherheit der Mobilfunknetze des Landes erhöhen.

Der neue Sicherheitskatalog wird detailliertere technische und Sicherheitsstandards beschreiben, die die Betreiber einhalten müssten. Dies ist immer noch ein Gewinn für die Betreiber – von denen viele bereits Huawei-Kunden sind -, da sie gewarnt hatten, dass das Verbot von Huawei-Produkten die Einführung von 5G in Deutschland um Jahre verzögern und Milliarden von Dollar kosten könnte.

Die USA werfen Huawei vor, mit der chinesischen Regierung verhandelt zu haben, und argumentieren, dass die Ausrüstung des Unternehmens möglicherweise Hintertüren enthält, mit denen China andere Länder ausspionieren könnte.

Obwohl Deutschland und einige seiner europäischen Kollegen nicht so weit sind wie die USA, heißt das nicht, dass Länder auf dieser Seite der Welt nicht die gleichen Bedenken teilen.