Illegale Importeure in der Europäischen Union verdienen Geld, sagt Alessandro Borri – und er spricht nicht über Drogen. Der Verkaufsleiter des italienischen Kältemittelherstellers General Gas bezieht sich auf die Importeure illegaler Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW), Gase, die in fast jeder Autoklimaanlage, Wärmepumpe und jedem Kühlschrank verwendet werden.

Bei eBay oder anderen lokalen Online-Händlern kostet ein illegal importierter Zylinder zwischen 180 und 250 Euro. Mit diesen Preisen kann der legale Markt für HFKW einfach nicht mithalten.

Und während die EU-Gesetzgeber zunehmend besorgt über die Kohlenstoffemissionen des Blocks und ihren Beitrag zum Klimawandel sind, tragen dieser florierende Schwarzmarkt illegaler HFKW-Importe und die nach den geltenden EU-Vorschriften noch zugelassenen HFKW ebenfalls zur Verschärfung der Klimakrise bei.

HFKWs, künstliche Gase, die jahrzehntelang in der Atmosphäre schweben können, haben einen enormen Einfluss auf die globale Erwärmung. Die am häufigsten vorkommenden HFKW sind 675- bis 3.922-mal klimaschädlicher als Kohlendioxid. Dies geht aus einem Bericht hervor, der Anfang des Jahres von der Londoner NGO Environmental Investigation Agency (EIA) veröffentlicht wurde. Andere fluorierte Gase, von denen einige als Treibmittel in Sprühschaum oder Isoliermaterial verwendet werden, können bis zu 24.000-mal schädlicher sein als CO2.

Die EU hat 2015 beschlossen, fluorierte Treibhausgase (F-Gase) zu regulieren und schrittweise vom Markt zu nehmen. Bis 2030 soll der Einsatz von HFKW um bis zu 80% gesenkt werden – doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Wenn man rechnet, wird klar, dass FKWs, die rund 16 Millionen Tonnen CO2 entsprechen, den europäischen Markt 2018 illegal überfluteten – Emissionen, die mit den Abgasen von vier Kohlekraftwerken oder 4 Millionen Autos vergleichbar sind.