Neueren Forschungen zufolge nehmen Insekten und Spinnen in Wäldern und Wiesen in ganz Deutschland ab.

Wissenschaftler haben die Ergebnisse als „alarmierend“ beschrieben, da die Verluste durch intensive Landwirtschaft verursacht werden.

Sie fordern einen „Paradigmenwechsel“ in der Landnutzungspolitik, um Lebensräume für Schmetterlinge, Käfer und fliegende Insekten zu erhalten

Jüngste Studien haben einen weit verbreiteten Rückgang der Insektenpopulationen auf der ganzen Welt gemeldet.

Die neueste Analyse, die in der Zeitschrift Nature veröffentlicht wurde, bestätigt, dass einige Insektenarten vom Aussterben bedroht sind.

Es wird immer deutlicher, dass die Ursachen für den Rückgang von Insekten mit der landwirtschaftlichen Praxis zusammenhängen, sagte Dr. Sebastian Seibold von der Technischen Universität München in Freising.

Das Forscherteam hat zwischen 2008 und 2017 an Hunderten von Grünland- und Waldstandorten in drei Regionen Deutschlands Daten zu mehr als einer Million einzelnen Insekten und Spinnen (2.700 verschiedene Arten) erfasst.

Sie stellten einen deutlichen Rückgang des Vorkommens und der Artenzahl sowohl in Grünland als auch in Wäldern fest, wobei die Hauptgründe (zumindest für Grünland) in der intensiven Landwirtschaft lagen.

Viele andere Studien in den letzten Jahren haben gezeigt, dass einzelne Insektenarten, wie z. B. Bienen, insbesondere in entwickelten Volkswirtschaften einen enormen Rückgang erlitten haben. Einige Insektenarten wie Stubenfliegen und Kakerlaken scheinen jedoch auf dem Vormarsch zu sein.

Der allgemeine Rückgang der Insekten ist mit intensiver Landwirtschaft, Pestiziden und dem Klimawandel verbunden. Der Verlust von Insekten hat weitreichende Folgen für ganze Ökosysteme.

Insekten sind eine Nahrungsquelle für viele Vögel, Amphibien, Fledermäuse und Reptilien, während Pflanzen zur Bestäubung auf Insekten angewiesen sind.