Die deutsche Tochtergesellschaft von Thomas Cook hat angekündigt, Insolvenz anmelden zu wollen, um ihre nationalen Marken nach dem Zusammenbruch der britischen Muttergesellschaft am Montag zu retten.

Fast 100.000 Urlauber reisen mit den deutschen Tochtergesellschaften und es ist nicht klar, was das Insolvenzverfahren für sie bedeuten wird.

Die Bundesregierung hat der Ferienfluggesellschaft Condor bereits ein Überbrückungsdarlehen in Höhe von 380 Mio. € gewährt. Condor ist zu 49% im Besitz von Thomas Cook.

Auch das hessische Zentralland, in dem Condor seinen Sitz hat, hat sich für die Rettung der Fluggesellschaft eingesetzt und argumentiert, sie sei rentabel. Das Unternehmen sagte, es sei „operativ gesund“, und das Sechsmonatsdarlehen zielte darauf ab, „Engpässe“ zu vermeiden, die sich aus der britischen Muttergesellschaft ergaben. Die Finanzierung wird bis zu einer Einigung mit der Europäischen Kommission ausgezahlt.

Thomas Cook Germany ist ebenfalls in Hessen ansässig. Staatspremier Volker Bouffier erklärte, er sei grundsätzlich bereit, sich auch für dieses Unternehmen einzusetzen.

Das schwache Geschäft von Thomas Cook in Großbritannien und der Brexit hätten ihn lange belastet.

Insgesamt 600.000 Urlauber sind in den Zusammenbruch des britischen Unternehmens verwickelt. Viele sind aus Großbritannien angereist, aber Thomas Cooks Imperium erstreckt sich über ganz Europa und Zehntausende sind mit seinen Tochtergesellschaften angereist.

Gemäß den EU-Bestimmungen für Pauschalreisen sind Urlauber finanziell vor der Insolvenz eines Unternehmens geschützt und haben das Recht auf Rückführung.

Die britische Zivilluftfahrtbehörde hatte die Aufgabe, mehr als 150.000 Urlauber zurückzubringen. Sie hat am Dienstag mehr als 14.000 Passagiere zurückgeführt und am Mittwoch weitere 16.500 erwartet.

Thomas Cook Germany beschäftigt rund 2.000 Mitarbeiter und verfügt über mehrere nationale Marken, darunter Neckermann, Öger Tours, Air Marin und Bucher Reisen. Das Unternehmen in der Nähe von Frankfurt beschäftigt tausend Mitarbeiter.

Es hieß, es würde mit dem deutschen Außenministerium sowie dem Reiseausfallversicherer Zürich über die Rückführung von Kunden gesprochen. Sie hat wie Condor die hessische Landesregierung und die Bundesregierung um einen Überbrückungskredit gebeten.

Die deutsche Tochtergesellschaft ist überzeugt, dass ihre Marken eine Zukunft haben, und verhandelt mit Investoren und Hotelbetreibern, um das Geschäft fortzusetzen.