Das deutsche Parlament hat beschlossen, die Geheimakten der Stasi, des Geheimdienstes im kommunistischen Ostdeutschland, trotz der Bedenken von Forschern in die nationalen Archive zu überführen.

Millionen von Akten, die während des Kalten Krieges über verdächtige Bürger zusammengetragen wurden, wurden seit dem Zusammenbruch des kommunistischen Staates unabhängig verwaltet. Beamte sagen, dass die Akten besser konserviert werden und noch zugänglich sind. Kritiker warnen jedoch davor, „die Geschichte zu verschleiern“.

Die Stasi, kurz für Staatssicherheit, war für ihre Überwachung der ostdeutschen Bürger berüchtigt, von denen viele zum gegenseitigen Ausspionieren gedrängt wurden.

Nach dem Zusammenbruch des von der Sowjetunion unterstützten Staates im Jahr 1989 versuchten die Stasi-Offiziere, Unterlagen zu vernichten – zunächst mit Aktenvernichtern und dann mit der Hand.

Die Büros der Stasi wurden von Gruppen von „Bürgerkomitees“ gestürmt, die alle Überreste der Dokumente beschlagnahmten, um sie für zukünftige Generationen aufzubewahren.

Seitdem konnten Tausende ehemaliger DDR-Bürger lesen, was die Geheimpolizei über ihr Leben wusste – und was ihre Freunde, Familienangehörigen und Kollegen über sie informiert hatten.

Nach der Abstimmung im Parlament sagte Bundesbeauftragter für die Aufzeichnungen Roland Jahn, dass Millionen von Dokumenten jetzt besser aufbewahrt und digitalisiert werden könnten. Derzeit werden nur 2% des Archivs digital erfasst.

Er versprach auch, dass die Akten weiterhin Historikern, Journalisten und ehemaligen Opfern der Stasi zugänglich sein würden. Er sagte, er wolle die Dokumente „zukunftsfähig machen, da wir das Fachwissen, die Technologie und die Ressourcen unter dem Dach des Bundesarchivs nutzen können“.

Kritiker befürchten jedoch, dass das Archiv unter der Kontrolle des Bundes weniger zugänglich sein wird und dass der Schritt ein Versuch ist, eine Grenze unter dem kommunistischen Regime zu ziehen.