Es wird als die größte arktische Wissenschaftsexpedition aller Zeiten beschrieben. Das deutsche Forschungsschiff Polarstern steht kurz vor dem Aufbruch in den hohen Norden, um ein ganzes Jahr lang im Meereis zu treiben.

Hunderte von Wissenschaftlern werden das Schiff in dieser Zeit besuchen, um es als Basis für die Untersuchung des Klimas zu nutzen. Das MOSAiC-Projekt (Multidisciplinary Drifting Observatory for the Study of Arctic Climate) wird voraussichtlich etwa 130 Mio. EUR kosten.

Aufgrund seiner Größe muss es sich um eine internationale Anstrengung handeln. RV Polarstern wird von Eisbrechern aus Russland, Schweden und China unterstützt.

Im tiefen Winter, wenn diese Schiffe die Schollen nicht durchdringen können, um das deutsche Schiff zu erreichen, werden Flugzeuge und Langstreckenhubschrauber die Versorgungs- und Hilfsteams beliefern.

Das Ziel von MOSAiC ist es, alle Aspekte des Klimasystems in der Arktis zu untersuchen. Instrumentenstationen werden auf dem Eis rund um den Polarstern eingerichtet, einige davon bis zu 50 km entfernt. Das Eis, das Meer, die Atmosphäre, sogar die Tierwelt – alles wird probiert. Die einjährigen Untersuchungen sollen die Prognosen künftiger Veränderungen sicherer machen.

Expeditionsleiter ist Prof. Markus Rex vom Alfred-Wegener-Institut in Potsdam. Er sagte, dass sich die Arktis derzeit doppelt so schnell erwärmt wie der Rest des Planeten, die Klimamodelle jedoch höchst unsicher seien, wie sich die Temperaturtrends in den kommenden Jahrzehnten entwickeln würden.

“Wir haben keine soliden Klimavorhersagen für die Arktis und der Grund dafür ist, dass wir die Prozesse dort nicht sehr gut verstehen”, erklärte er. “Das liegt daran, dass wir sie nie das ganze Jahr über beobachten konnten und schon gar nicht im Winter, wenn das Eis am dicksten ist und wir es nicht mit unseren Forschungsschiffen brechen können”, sagte er.