Die deutsche Bertelsmanns-Stiftung veröffentlichte einen Bericht, in dem sie darauf hinwies, dass ein prognostizierter Mangel an Grundschullehrern schlimmer war als von der Bundesregierung zuvor angenommen.

Die Ständige Konferenz der Minister für Bildung und Kultur (KMK) hat im Oktober 2018 prognostiziert, dass in Deutschland 15.300 Grundschullehrer fehlen werden. Laut Bertelsmann haben die Forscher mindestens 26.300 ermittelt.

Die Stiftung, die bei ihrer Bewertung Daten der Bundesregierung verwendete, erklärte, die Diskrepanz sei darauf zurückzuführen, dass KMK die Zahl der Schüler, die im Jahr 2025 die Grundschulen des Landes besuchen werden, unterschätzt habe.

Die KMK habe auch die Grundschülerzahl im Jahr 2030 unterschätzt, warnte Bertelsmann. „Wenn die Lehrerlücke nicht bis 2025 geschlossen wird, wird dieser Mangel bis 2030 bestehen bleiben“, schrieb die Stiftung in einer Pressemitteilung.

Noch besorgniserregender sei, dass ein Anstieg der sogenannten „Ganztagsschulen“, die nach Feierabend geöffnet bleiben, nicht ernsthaft berücksichtigt worden sei und sich auf die Zahlen auswirke.

„Der Ausbau der Ganztagsschulen wird auch mehr Lehrer erfordern“, sagte Bertelsmann-Sprecher Jörg Dräger und merkte an, dass sozial benachteiligte Schüler vom mehrstündigen Schuldienst profitieren.

Bertelsmann schlug vor, dass die Bekämpfung des Lehrermangels eine umfassende Strategie erfordert. Eine Lösung wäre, Menschen zu betreuen und zu zertifizieren, die relevante Fähigkeiten in Schulfächern haben und Lehrer sein möchten, aber nicht zum Unterrichten an die Universität gegangen sind.

Die Stiftung empfiehlt auch, dass pensionierte Lehrkräfte länger im Beruf bleiben. Für die Erzieherinnen und Erzieher, die Eltern sind, müsse Bertelsmann vor allem in den Ganztagsschulen mehr Unterstützung bei der Erhöhung der Arbeitszeit erhalten.