Es ist eine deutsche Stadt aus dem 9. Jahrhundert mit 340.000 Einwohnern, einer Universität, einer mittelalterlichen Festung … aber gibt es sie wirklich?

Bielefeld vergibt ab sofort einen Preis in Höhe von 1 Million Euro an alle in Deutschland, die nachweisen können, dass es die Stadt nicht gibt. Die Stadtmarketing-Gruppe, die den Wettbewerb leitet, will eine 25-jährige Verschwörungstheorie widerlegen.

1994 postete ein Student unbeschwert die Nachricht „Bielefeld? So etwas gibt es nicht“ im Usenet-System. Achim Helds Botschaft wurde in Deutschland zu einem langjährigen Scherz, als sie sich mit dem anschließenden Internetboom viral verbreitete.

Das Usenet war ein Messaging-System vor den Internetforen, das bald viele Verschwörungstheorien hervorbrachte und befeuerte.

2012 bezog sich sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel auf den Bielefelder Witz, als sie bei einer Preisverleihung in Berlin sprach und sich daran erinnerte, an einer Veranstaltung in Bielefeld teilgenommen zu haben.

Das Publikum brach in Gelächter aus und Frau Merkel fuhr fort: „Ich hatte den Eindruck, dass ich dort war … Ich hoffe, ich kann wieder dorthin gehen.“

Erwachsene Deutsche haben bis zum 5. September Zeit, der Bielefeld Marketing GmbH den Nachweis zu erbringen, dass Bielefeld „nicht existiert“. Der Wettbewerb wurde mit Stadtbeamten vereinbart.

Auf der Wettbewerbswebsite heißt es, dass die Beiträge in verschiedenen Formen eingereicht werden können – Bilder, Videos oder Texte – „aber die Perlen Ihrer Weisheit müssen unbestreitbar sein“. „Jetzt ist es Zeit für uns, unseren Spaß zu haben!“ sagen die Veranstalter.

Sie sind sich „zu 99,99% sicher, dass wir Beweise widerlegen können“. Aber der Steuerzahler muss sich keine Sorgen machen – das Preisgeld in Höhe von 1 Mio. € wird von den Sponsoren von Bielefeld Marketing für den unwahrscheinlichen Fall bereitgestellt, dass ein Gewinner gefunden wird.

Die Veranstalter sagen, dass sie Experten hinzuziehen können, um Beweise dafür zu sammeln, dass Bielefeld nicht existiert.

Freitags für die Zukunft Klimaaktivisten in Bielefeld haben eine eigene Version des Wettbewerbs getwittert: Sie bieten 1 Mio. € an, wer wissenschaftlich nachweisen kann, dass es den Klimawandel nicht gibt. Deniers des Klimawandels sind ihrer Ansicht nach Verschwörungstheoretiker.