Ein Syrer wurde in Deutschland zu neuneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, weil er im vergangenen Jahr in Chemnitz einen Mann tödlich erstochen hatte.

Alaa Sheikhi, 24, wurde wegen „Totschlags und schwerer Körperverletzung“ wegen des Todes von Daniel Hillig, einem 35-jährigen Zimmermann, für schuldig befunden. Ein zweiter Verdächtiger, ein Iraker, soll nach dem Anschlag aus Deutschland geflohen sein.

Der Fall führte zu gewaltsamen Protesten in Chemnitz, wo die rechtsextreme Alternative für Deutschland (AfD) starke Unterstützung findet. Vor seiner Verurteilung am Donnerstag bestritt Sheikhi jegliche Verantwortung für den Tod von Hillig.

Über einen Dolmetscher sagte er: „Ich kann nur hoffen, dass hier die Wahrheit ans Licht kommt und ein gerechtes Urteil gefällt wird.“

Sheikhi, der Berichten zufolge während des gesamten Prozesses geschwiegen hatte, berichtete dem deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk ZDF in einem Telefoninterview nur zwei Tage vor dem Urteil, dass er weder das Opfer noch das Messer berührt habe, das ihn getötet habe.

„Ich bin einfach weggelaufen“, sagte er und fügte hinzu: „Ich schwöre bei meiner Mutter, ich habe ihn nicht angefasst.“

Die Verurteilung erfolgt ein Jahr nach dem Einmarsch Tausender Neonazis durch Chemnitz, wo die AfD ihren Stimmenanteil bei den Wahlen in Sachsen und im benachbarten Brandenburg am 1. September erhöhen will.