Eine Handy-App hat die Erkennung eines potenziell tödlichen Nierenzustands bei Krankenhauspatienten beschleunigt. Während eines Versuchs im Londoner Royal Free Hospital erhielten Ärzte und Krankenschwestern innerhalb von 14 Minuten Warnsignale über eine Handy-App, als die Blutuntersuchungen der Patienten den Zustand anzeigten.

Die Mitarbeiter bezeichnen die Technologie als „potenziellen Lebensretter“, der Diagnosen in Minuten statt in Stunden liefert.

Eine akute Nierenverletzung wird durch schwerwiegende Erkrankungen, einschließlich Sepsis, verursacht und betrifft eine von fünf Personen, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Die Erkrankung tritt häufiger bei älteren Patienten auf und kann, wenn sie nicht schnell behandelt wird, andere Organe betreffen.

Das neue Warnsystem namens Streams, das von Royal Free zusammen mit dem Technologieunternehmen DeepMind entwickelt wurde, sendet die Ergebnisse in Form einfach zu lesender Ergebnisse und Grafiken direkt an Ärzte an vorderster Front. Bei einer der Blutuntersuchungen werden hohe Konzentrationen eines Abfallprodukts namens Kreatinin festgestellt, das normalerweise von den Nieren herausgefiltert wird.

Informationen zu anderen Blutmarkern, die bei der Behandlung von Patienten helfen können, werden Fachleuten ebenfalls schnell über die App zur Verfügung gestellt.

DeepMind steht im Eigentum von Alphabet und hat dieselbe Muttergesellschaft wie Google. Die Krankenhausmanager gaben an, die Behandlungskosten seien um ein Vielfaches gesunken.

Daten von rund 12.000 Warnmeldungen zu akuten Nierenverletzungen mit dem neuen System wurden vom University College London ausgewertet.

Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Digital Medicine veröffentlicht.