Ein eritreischer Mann wurde bei einem Vorbeifahrschuß in Mitteldeutschland, der von der Polizei als fremdenfeindlich verurteilt wurde, im Magen verletzt.

Der Schütze zielte auf sein Opfer „völlig zufällig und rein wegen der Hautfarbe“, sagte Frankfurter Staatsanwalt Alexander Badle. Ein 55-jähriger Mann, den die Polizei für den Schützen hält, wurde mit einer Schusswunde am Kopf in einem Auto tot aufgefunden. Die Polizei glaubt, er habe sich selbst getötet und Waffen in seinem Haus gefunden.

Obwohl der Angriff in Wächtersbach als rassistisch angesehen wurde, warnten die deutschen Behörden vor Verbindungen zur äußersten Rechten.

„Wir haben in unserer aktuellen Untersuchung keine Beweise dafür, dass es Kontakte mit der rechten oder rechtsextremen Szene gab“, sagte Badle. Die Deutschen waren im vergangenen Monat schockiert, als ein Politiker, der sich für Migranten ausgesprochen hatte, bei einem Angriff in Verbindung mit der äußersten Rechten erschossen wurde.

Ein rechtsextremer Verdächtiger, Stephan Ernst, gab zu, Walter Lübcke außerhalb seines Hauses ermordet zu haben, hat sein Geständnis jedoch inzwischen widerrufen. Beide Angriffe fanden in Hessen statt.

Die deutschen Nachrichtendienste wurden für ihre langsame Reaktion auf rechtsextreme Gewalt kritisiert. In einem Bericht der Staatssicherheit des BfV vom vergangenen Monat wurden 24.000 Menschen in der rechtsextremen Szene des Landes gezählt, von denen 12.700 als gewaltorientierte Rechtsextremisten beschrieben wurden.

Beamte sagten, das Opfer der Schießerei am Montag, die im Nordosten Frankfurts stattfand, sei am Dienstag in einem stabilen Zustand gewesen. Am Dienstagabend sollte in der Stadt eine Mahnwache gegen Rassismus stattfinden. Mindestens drei Kugeln wurden auf den Eritreer abgefeuert. Die Leiche des mutmaßlichen Bewaffneten wurde dann sieben Kilometer entfernt in Biebergemünd von der Polizei gefunden.

Zwei halbautomatische Waffen wurden im Auto des Mannes und drei weitere Waffen in seinem Haus gefunden. Alle Waffen des Mannes befanden sich in legalem Besitz. Eine sechste Waffe war kurz vor dem Angriff verkauft worden. Bei dem Verdächtigen wurde auch ein Brief gefunden, dessen Inhalt jedoch nicht veröffentlicht wurde.