Die Vergewaltigung einer 18-jährigen Frau in Deutschland hat einen Streit über die Herabsetzung des Alters der strafrechtlichen Verantwortlichkeit ausgelöst.

Zwei der Verdächtigen in der Weststadt Mülheim sind 12 Jahre alt und die anderen drei sind 14. Deutschland verfolgt keine Kinder unter 14 Jahren. Alle fünf wurden von der Schule suspendiert und bisher ist ein 14-Jähriger vor einem Untersuchungsrichter erschienen.

Das Opfer, das am späten Freitag in Büschen gefunden wurde, wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Ein Polizeisprecher sagte, der Angriff sei mit „erheblicher Gewalt“ verbunden und dauere lange. „Wir fordern seit Jahren, dass in Deutschland das Alter der strafrechtlichen Verfolgung gesenkt wird“, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende der Polizei, Rainer Wendt.

Jens Gnisa, Vorsitzender des Deutschen Richterverbandes, argumentierte jedoch, dass „die Gleichung“ Mehr Bestrafung bedeutet weniger Kriminalität „bei Jugendlichen nicht funktioniert“. Er sagte, die im deutschen Recht festgelegten Erziehungsregeln würden gut gegen Jugendkriminalität vorgehen.

Der Mülheimer Vergewaltigungsfall im industriellen Ruhrgebiet in Deutschland erfordert Maßnahmen des Jugendamtes, um die Verhaltensprobleme der Verdächtigen anzugehen, sagte ein hochrangiger Beamter der Kinderschutzbehörde.

Das Mindestalter für die strafrechtliche Verfolgung ist europaweit unterschiedlich und wird von mehreren Ländern auf 14 Jahre festgelegt, darunter auch von Italien, wie das Child Rights International Network (CRIN) berichtet. In den nordischen Ländern ist das Mindestalter auf 15 Jahre festgelegt.

Im Mai erhöhte Schottland das Mindestalter von acht auf zwölf Jahre. Das Mindestalter in England, Wales und Nordirland beträgt jedoch 10 Jahre. Ein Informationsblatt des britischen Parlaments besagt, dass die Festlegung eines Minimums von 10 „gegen internationale Standards der Jugendgerichtsbarkeit verstößt“.

Im Jahr 2007 erklärte der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes ein Minimum von weniger als 12 Jahren für „nicht international akzeptabel“. In England wird der Fall des zweijährigen James Bulger, der 1993 von zwei zehnjährigen Jungen ermordet wurde, als Argument dafür angeführt, das Mindestalter auf 10 Jahre zu beschränken.