Sechs Monate nach dem Zusammenbruch eines tödlichen Staudamms in Brasilien sind neue Beweise bekannt geworden, die darauf hindeuten, dass die Katastrophe hätte verhindert werden können.

Nach Ansicht der Ermittler gibt es Beweise dafür, dass das deutsche Unternehmen, das die Struktur als sicher eingestuft hat, wusste, dass sie anfällig für einen Zusammenbruch ist. Fast 300 Menschen starben, als der Zusammenbruch einen Erdrutsch in der Nähe der südöstlichen Stadt Brumadinho auslöste.

Eine Staatsanwaltschaft und ein Gesetzgeber sagen, dass die deutsche Firma Tüv Süd nicht kooperiert. Sie beklagen, dass die mangelnde Zusammenarbeit des Unternehmens ihre Anfragen beeinträchtigt.

Der Damm bei Brumadinho brach am 25. Januar in Sekundenschnelle zusammen. Ein Strom giftigen Schlamms raste das Tal hinunter und verschlang alles und jeden auf seinem Weg. Es gab keine Warnung. Sirenen, die vor einem solchen Szenario warnen sollten, gingen nicht aus.

Während mehrere Untersuchungen versuchen, genau festzustellen, was in Brumadinho passiert ist, tauchen neue Beweise auf, die darauf hindeuten, dass der Zusammenbruch und der anschließende Tod verhindert werden könnten und hätten sollen.

Die Staatsanwälte haben viele Fragen an den Besitzer der Mine, Vale, aber sie haben sich auch auf die Rolle der deutschen Firma konzentriert, die den Damm in den Monaten vor dem Zusammenbruch inspiziert hat.

Tüv Süd sagte, sie würden intensiv daran arbeiten, was passiert ist. Laut Vale wurden vor Ort regelmäßige interne und externe Audits durchgeführt und es wurden keine Anomalien festgestellt, die auf ein unmittelbares Bruchrisiko schließen lassen.

Die Bundesregierung erklärte, dass sie zwar erwartet habe, dass jedes deutsche Unternehmen in solchen Fällen nach besten Kräften zusammenarbeite, letztendlich aber in diesem Fall keine Verantwortung habe.