Deutschland und die Niederlande kämpfen gegen viele Befälle mit Prozessionsraupen aus Eichenholz, deren winzige giftige Haare allergische Reaktionen und Hautreizungen auslösen können.
Der milde Winter und der warme Frühling in diesem Jahr haben die Zahl der Raupen erhöht. Im Belgischen Louvain mussten Feuerwehrleute vor einem Rockkonzert Nester der invasiven Spezies vernichten.
Die Raupen verwandeln sich Ende Juli in Puppen, dann in Motten, und die Bedrohung nimmt ab. Das westliche Ruhrgebiet ist dicht besiedelt und gehört zu den am stärksten von den Raupen betroffenen Regionen.
Einige Schulen und Parks wurden geschlossen, damit Spezialisten die Nester in Eichen angreifen können. Die 2-3 cm großen Raupen marschieren nachts in langen Prozessionen zu den Baumwipfeln und können in Eichen Verwüstungen anrichten, wenn sie an den jungen Blättern fressen.
Eine ausgewachsene Raupe hat bis zu 700.000 Haare, die sich vom Wind ausbreiten lassen. Der Eichenprozessions-Mottenschädling ist kurz als OPM bekannt.
Der Dortmunder Fredenbaumpark war drei Wochen lang geschlossen, fast 500 Bäume waren dort befallen, berichtete der Deutschlandfunk. “Der Eichenprozessionsbefall in diesem Jahr ist sehr intensiv – viel mehr als im Vorjahr”, sagte der Parkmanager Frank Dartsch.
Spezielle Teams haben dort und anderswo Schutzkleidung angelegt und Feuerwehraufzüge benutzt, um auf die Baumwipfel zu gelangen. Dort haben sie OPM-Nester mit Lötlampen oder großen Staubsaugern angegriffen.
Die winzigen Haare werden vom Wind getragen und enthalten ein Gift, das Hautausschläge, Augenreizungen, Husten oder sogar allergische Reaktionen hervorrufen kann. Die Raupennester sind zu gefährlich zum Anfassen. Das Toxin ist Thaumetopoein, ein Protein, und es ist schwer entgegenzuwirken, da die Haare Haken haben, die die Haut festhalten. Das entzündungshemmende Kortison kann Linderung verschaffen. Hunde sind ebenfalls gefährdet, da sie gerne in Parks an Bäumen herumschnüffeln.
In einigen Teilen Deutschlands wurden umweltfreundliche Pestizide auf Eichen gesprüht. Darüber hinaus haben kommunale Websites in Deutschland und anderen Ländern Hinweise gegeben.