Die Suche nach bezahlbarem Wohnraum ist für die Menschen in Deutschland immer schwieriger geworden. Der Markt ist leer, besonders in großen Städten. Das bedeutet wiederum, dass die Preise steigen. In der Tat ist Wohnraum eine seltene Ware im Land.

Das Deutsche Wirtschaftsinstitut (IW) in Köln hat konkrete Zahlen vorgelegt, um die Wohnungsnot zu belegen. In den letzten drei Jahren wurden laut einer aktuellen IW-Studie landesweit rund 283.000 neue Wohnungen gebaut. Dies deckt jedoch nur 80% des Bedarfs. Um die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage zu schließen, müssten in diesem Jahr und 2020 rund 340.000 neue Wohnungen gebaut werden. Jetzt liegt es an den Kommunen, sagte Ralf Henger, Mitautor der Studie, gegenüber der DW. Sie müssen versuchen, das Bauen einfacher zu machen, sagte er.

Insbesondere Großstädte hinken der Studie zufolge beim Bauen hinterher. Beispielsweise wurden in Köln und Stuttgart nur etwa die Hälfte der Wohnungen gebaut, die nach IW-Schätzungen zur Deckung des Bedarfs benötigt werden. Auch München, Frankfurt und Berlin bauen weniger Wohnungen als benötigt, auch wenn die Diskrepanz dort geringer ist. Gleiches gilt für viele weitere Städte: Die Anzahl der gebauten Wohnungen reicht nicht aus. „Derzeit mangelt es nicht nur an Wohnungen, sondern es besteht auch die Notwendigkeit, die Bautätigkeit längerfristig weiter zu steigern“, schrieben Henger und sein Mitautor Michael Voigtländer.

Der Markt in Großstädten und Universitätsstädten ist besonders eng. Hoher Zustrom, unzureichendes Personal in den Baubüros, strenge Vorschriften und Fachkräftemangel im Baugewerbe sind weitere Wachstumshindernisse. Die Autoren der IW-Studie warnen davor, dass sich die deutschen Städte bemühen müssen, die steigenden Mietpreise zu bremsen.