Die Deutsche Bank wird im Rahmen einer radikalen Umstrukturierung in drei Jahren 18.000 Stellen streichen. Darüber hinaus wird ein Verlust von 2,8 Mrd. EUR für das zweite Quartal ausgewiesen, um die Umstellung teilweise zu kompensieren, wodurch das Investment-Banking-Geschäft deutlich schrumpfen wird. Die Deutsche Bank muss noch genau festlegen, wo Arbeitsplätze verloren gehen.

Das Unternehmen beabsichtigt jedoch, die mit dem Kauf und Verkauf von Aktien verbundenen Aktivitäten, von denen ein Großteil in London und New York durchgeführt wird, vollständig einzustellen. Mit fast 8.000 Mitarbeitern ist London die Heimat des größten Handelsunternehmens.

Die Deutsche Bank kündigte an, dass sie ihre weltweite Belegschaft bis 2022 auf 74.000 reduzieren und die Umstrukturierung in den nächsten drei Jahren 7,4 Mrd. EUR kosten wird. „Heute haben wir den grundlegendsten Wandel der Deutschen Bank seit Jahrzehnten angekündigt“, sagte Geschäftsführer Christian Sewing.

„Dies ist ein Neustart für die Deutsche Bank … Mit der Neuausrichtung der Bank auf unsere Kunden kehren wir zu unseren Wurzeln zurück und zu dem, was uns einst zu einer der führenden Banken der Welt gemacht hat“, sagte er.

Die Neuorganisation des Geschäfts folgt dem Scheitern der Fusionsgespräche mit der konkurrierenden Commerzbank im April. Die Bundesregierung hatte den Zusammenschluss unterstützt und gehofft, einen nationalen Champion in der Bankenbranche hervorzubringen. Beide Banken kamen jedoch zu dem Schluss, dass das Geschäft zu riskant war, da befürchtet wurde, dass die Kosten für die Zusammenlegung die Vorteile überwogen hätten.

Was für die Deutsche Bank schlecht ist, könnte für Barclays gut sein. Der Rückzug des einst so mächtigen deutschen Unternehmens aus dem internationalen Investment Banking macht Barclays zur letzten europäischen Bank in einem Sektor, der von US-Giganten wie Goldman Sachs, JP Morgan Chase und Morgan Stanley dominiert wird.