Die Erben der ehemaligen preußischen Monarchie kämpfen mit dem deutschen Staat um den Besitz von Tausenden von Kunstwerken und historischen Artefakten.

Das Kulturministerium bestätigte am Freitag, dass die Familie Hohenzollern „seit mehreren Jahren“ mit der Bundesregierung und den östlichen Bundesländern Berlin und Brandenburg verhandelt – und dies offenbar im Geheimen.

Laut dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel wollen die Aristokraten Zehntausende von wertvollen Gemälden, Skulpturen, Münzen, Büchern und Möbeln sowie das Recht, auf einem von mehreren großen Anwesen zu leben, zurückgewinnen.

Aber von einer Einigung kann noch ein weiter Weg entfernt sein. Kulturbeauftragte der Regierung, Monika Grütters, sagte: „Die Positionen der Verhandlungsparteien sind immer noch sehr weit voneinander entfernt.“

Die Wiedergutmachungskampagne wird von Georg Friedrich Ferdinand, dem Chef des Hohenzollernhauses und Ururenkel von Wilhelm II., Dem letzten Kaiser und König von Preußen, geleitet.

Die Behörden beschlagnahmten den Besitz der Familie im November 1918, kurz vor dem Ende des Ersten Weltkriegs, als Kaiser Wilhelm abdankte und ins Exil ging.

Obwohl sie anfangs nicht entschädigt wurden, schlossen die Könige 1926 mit dem Staat eine Einigung über das beschlagnahmte Vermögen. Diese Situation änderte sich jedoch mit der sowjetischen Besetzung Deutschlands am Ende des Zweiten Weltkriegs und dem kommunistischen Regime, das später die DDR regierte.

Das Kulturministerium fügte hinzu, dass viele der fraglichen Artefakte „einen erheblichen Wert und eine bedeutende historische Bedeutung haben“ und heute Teil der Sammlungen der Preußischen Stiftung für Burgen und Gärten in Berlin-Brandenburg, der Preußischen Kulturstiftung und des Deutschen Historischen Museums sind.