Mehr als ein Drittel des deutschen Stroms wird immer noch durch Verbrennung von Kohle – meistens schmutziger Braunkohle – erzeugt, und Umweltaktivisten kämpfen darum, dies zu ändern. Ein kleines Waldgebiet unweit der niederländischen Grenze ist zum Mittelpunkt ihrer Kampagne geworden.

Es ist fast eine Uniform, die sie tragen – schwere Stiefel, dunkle Hosen, ein Kapuzenvlies und einen Schal, der Nase und Mund bedeckt. Es gibt drei von ihnen: Mona, Omo und Jim. Sie scheinen Anfang 20 zu sein und wollen die Welt verändern.

„Wir bekämpfen den Kapitalismus und die großen Unternehmen, die die Welt regieren und sie mit Gewinn zerstören“, sagt Jim.

Wir sitzen unter den Bäumen des Hambacher Waldes im Westen Deutschlands, 30 km von der Stadt Köln entfernt. Sie alle leben im „Hambi“, wie sie es nennen. Es ist einer Art Baumhaus. Der Wald befindet sich auf einem der größten Kohlefelder Europas. Seit dem Beginn des Bergbaus im Jahr 1978 wurden die Bäume nach und nach abgeholzt, um den Baggern den Zugang zu den darunter liegenden Reichtümern zu ermöglichen – Millionen Tonnen Kohle, Kohle, die die Industrie in diesem Teil am Laufen hält von Deutschland und versorgt Tausende von Menschen mit ihrem Lebensunterhalt.

Die gewonnene Kohle ist Braunkohle, auch Braunkohle genannt, die besonders viel Kohlendioxid ausstößt. Nur noch 10% des Hambi stehen. Aber diese 10% sind ein starkes Symbol für die deutsche Klimawandelbewegung.

Zwei Kraftwerke werden mit der Braunkohle aus dem Hambacher Wald befeuert. Deutschland ist die größte Braunkohlequelle der Welt, gefolgt von China und der Türkei – 2016 war die EU für 37,5% der weltweiten Produktion verantwortlich.