women strike

Frauen in der ganzen Schweiz bereiten sich auf einen landesweiten Streik vor, um gegen das zu protestieren, was ihrer Meinung nach das inakzeptabel langsame Tempo des Landes zur Gleichstellung ist. Der Protest kommt 28 Jahre, nachdem 1991 eine halbe Million Frauen auf die Straße gegangen waren. Schweizerinnen setzen sich seit langem dafür ein, die Gleichstellung der Geschlechter zu beschleunigen.

Sie schlossen sich nach dem Ersten Weltkrieg Millionen anderer Frauen in Europa an und forderten 1918 das Wahlrecht – bekamen es aber erst 1971.  Zum Zeitpunkt des Streiks von 1991 gab es in der Schweizer Regierung keine Frauen und keinen gesetzlichen Mutterschaftsurlaub.

Appenzell, der letzte Schweizer Kanton, der Frauen das Wahlrecht verweigerte, war gerade vom Schweizerischen Bundesgerichtshof angewiesen worden, seine Politik zu ändern.  Schon in den 1920er Jahren beklagten sich Frauen über das Schneckentempo, mit dem die Schweiz die Gleichberechtigung bei der Arbeit bekämpfte. Einige Dinge haben sich geändert: Seitdem gab es acht Ministerinnen, und das Recht auf Mutterschaftsurlaub ist gesetzlich verankert.

Dennoch verdienen Frauen in der Schweiz durchschnittlich 20% weniger als Männer, sie sind in Führungspositionen unterrepräsentiert und die Kinderbetreuung bleibt nicht nur teuer, sondern Mangelware.

Im vergangenen Monat belegte eine Umfrage der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Bezug auf die Entgeltsätze zwischen Männern und Frauen in Führungspositionen den letzten Platz auf der Liste.

Ein neuer Streik wurde zum ersten Mal im vergangenen Jahr vorgeschlagen, als Reaktion auf die Entscheidung des Parlaments, mehr Kontrolle über gleiche Löhne einzuführen. Seitdem haben Frauen im ganzen Land mobilisiert und soziale Medien genutzt, um die Macht des Hashtags zu nutzen. #Frauenstreik ist seit Tagen im Trend.