Deutsche Bürokratie hält Flüchtlinge

Eine neue Studie von Think Tank Berlin Institut hat ergeben, dass viele Flüchtlinge zwar Arbeit finden, die meisten jedoch befristet beschäftigt sind. Den Forschern zufolge sind bürokratische Hürden ebenso hinderlich wie persönliche Mängel. Flüchtlinge können zwar in Deutschland Arbeit finden, sie finden es jedoch in der Regel in schlecht bezahlten Leiharbeitsplätzen, anstatt sich wirklich in den nationalen Arbeitsmarkt zu integrieren.

Das Institut stellte fest, dass rund 95.000 Flüchtlinge aus den acht wichtigsten Herkunftsländern Deutschlands – Afghanistan, Eritrea, Iran, Irak, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien – zwischen Februar 2018 und Januar 2019 eine Beschäftigung gefunden hatten waren in versicherungspflichtigen Berufen beschäftigt, der Rest in der Dienstleistungsbranche oder als Leiharbeitnehmer.

Der Bericht ergab, dass nur ein Sechstel der Flüchtlinge als ungeschulte Assistenten zu Hause gearbeitet hatte, fast die Hälfte jedoch in Deutschland. Die Forscher sagen, dass persönliche Defizite – zum Beispiel mangelnde Deutschkenntnisse – die Chancen der Flüchtlinge tendenziell beeinträchtigen, aber das Arbeitsrecht und die deutsche Bürokratie ihr Leben noch schwieriger machten.

Die meisten der von den Autoren der Studie befragten Personen waren zwischen 18 und 24 Jahre alt und somit Kandidaten für eine Berufsausbildung. Dieser Schritt erfordert jedoch Zeit. Die Autoren sagen, dass die meisten Kandidaten mindestens zwei Jahre intensives Sprachtraining benötigen, bevor sie sich auf eine weitere zwei- bis dreijährige Berufsausbildung einlassen.

Viele Flüchtlinge haben einfach nicht den Luxus, so lange kein Geld zu verdienen, wie sie versuchen, ihre Familie zu ernähren oder Menschenhändler für ihre Reise nach Europa zu bezahlen.

Daher neigen die meisten Flüchtlinge dazu, die erste Arbeit anzunehmen, die sie finden können. „Das kann schnell zur Sackgasse werden“, sagt Reiner Klingholz vom Berliner Institut.