SPD crisis before the European elections

Das Ausmaß der Führungskrise in der SPD wird durch ein vertrauliches Treffen zwischen Andrea Nahles und Martin Schulz unmittelbar vor den Höhepunkten der Europawahlen verdeutlicht. Berichten zufolge hatten beide Führer den ehemaligen Kanzlerkandidaten konfrontiert.

Schulz, der zuvor mit Abgeordneten über das Thema gesprochen hatte, lehnte Putschpläne ab, jedoch keine grundsätzlichen Überlegungen. Er hat im Gespräch mit Nahles ein Szenario entworfen, nach dem er das Arbeitsministerium wieder übernehmen könnte, um öffentlich mit einem klaren Thema zu punkten.

Berichte von Fraktionen deuten darauf hin, dass Schulz zuvor seine Chancen geprüft hatte. Er betonte insbesondere, dass er nicht gegen Nahles antreten wolle, sondern sich nur um das Amt des Gruppenleiters bewerben wolle, falls Nahles das Amt abgeben sollte. Zudem musste sich Nahles Ende September einer Wiederwahl stellen. Es wird jedoch in der Partei spekuliert, dass im Falle erbitterter Niederlagen bei den Wahlen zum Europäischen Parlament und der Staatsbürgerschaft in Bremen die Führungsfrage schneller zu sein. Neben Schulz kursieren seit Wochen die Namen mehrerer möglicher Nachfolger, darunter sind Generalsekretär Lars Klingbeil, Arbeitsminister Hubertus Heil, und der nordrhein-westfälische Abgeordnete Achim Post.