ifo institute

Nach Angaben des Münchner Ifo-Instituts sank im April der wichtigste deutsche Wirtschaftsbarometer um 0,5 auf 99,2 Punkte. Dies ist bedeutend für das Geschäftsklima. Das Ereignis wurde in seiner monatlichen Erhebung von rund 9000 Managern gemeldet. „Die deutsche Wirtschaft verliert weiter an Kraft“, sagte der ifo-Präsident Clemens Fuest. „Der leichte Optimismus vom März mit Blick auf die kommenden Monate ist wieder verflogen.“Nachdem das Unternehmen im März nach sechs Rückgängen in Folge das erste Plus gegeben hatte, erwarteten die Analysten nun einen weiteren Anstieg auf 99,9 Punkte. Im Februar hatte der Index 98,7 Punkte erreicht, den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren.

Die deutschen Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage als schlecht. Und es wird auch in den nächsten sechs Monaten so bleiben. In den einzelnen großen Sektoren verlief die Entwicklung unterschiedlich. So hat sich die Stimmung in den Dienstleistern und in der Bauwirtschaft aufgehellt, während sie sich im Handel und in der exportabhängigen Industrie „merklich“ getrübt hat.

„Weiterhin dürften externe Faktoren belasten, sprich: zunehmender internationaler Protektionismus und der Brexit“, sagte Uwe Burkert. Er ist Chefsvolkswirt der größten deutschen Landesbank Baden-Württemberg. „Angesichts der guten Binnenkonjunktur sind wir aber noch nicht auf Moll gestimmt für das Gesamtjahr 2019. Wenn die Risikofaktoren wegfallen, sind positive Überraschungen wieder möglich.“ Die politischen Risiken lasteten weiter auf der Stimmung, sagte auch der Chefvolkswirt der Privatbank Lampe, Alexander Krüger. „Ein gesamtwirtschaftliches Rezessionssignal sendet das Geschäftsklima aber nicht.“

Der Ifo-Index ist eine gute Schätzung des zukünftigen Wirtschaftswachstums. Die Bundesregierung erwartet für das laufende Jahr nur einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,5 Prozent. 2018 hatte es für 1,4 Prozent gereicht. Die Binnenwirtschaft stellt sicher, dass das Wachstum nicht vollständig erliegt, „Kurz: Abschwung ja, Rezession nein.“ sagte Ökonom Klaus Borger von der Entwicklungsbank KfW.  Bis 2020 soll eine Steigerung von 1,5 Prozent möglich sein, erwartet die Bundesregierung.